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05 Mai, 2019
28/04/2019
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Basket City ist zurück - ein Blick auf Segafredo Virtus Bologna

BOLOGNA (Italien) - Es ist nun schon zehn Jahre, dass Bologna die FIBA EuroChallenge 2009 gewann, und sogar 18 Jahre her, dass der Klub das Triple gewann (Serie A, Italian Cup und EuroLeague). Endlich ist Bologna zurück und hat die Chance auf einen weiteren europäischen Titel. 15 italienische Meisterschaften, acht Pokalsiege und drei Erfolge in Europa sprechen für die italienische Mannschaft, die ihre Höhen und Tiefen erlebte. Für Sasa Djordjevic, Kevin Punter und Co. geht es nun um das, was vor ihnen liegt. 

Das Team wurde für den Erfolg zusammengebaut. Gleich im ersten Spiel gegen Neptunas Klaipeda war die Balance des Kaders zu sehen. Punter ist der All-Time-Scorer der BCL und einer der talentiertesten Spieler. Tony Taylor auf der Eins verteilt die Bälle, Pietro Aradori ist der zweite Scorer, während Dejan Kravic und Brian Qvale für's Grobe unter den Körben sorgen und Filippo Baldi Rossi als Scharfschütze agiert. Amath M'Baye ist der defensive Anker und gibt de, Team Vertrauen und Energie. 

In der Defense ist Kelvin Martin der Rottweiler, dazu kommen David Cournooh, Alessandro Pajola sowie Matteo Berti und Alessandro Cappelletti. Bologna startete 7-0 in die Saison und verstärkte sich dann noch mit Yanick Moreira und Mario Chalmers im Backcourt.

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Der Weg ins Final Four

Für Virtus lief es gut mit einem 7-0-Start. Anschließend konnten nur zwei der nächsten sechs Spiele gewonnen werden. Ein Sieg in der Verlängerung gegen Promitheas Patras gab Bologna dann wieder Selbstvertrauen und erspielte die Playoffs. Nach dem Hinspiel in der Runde der letzten 16 gegen Le Mans holte der Klub Sasa Djordjevic an Bord, der lange im Fokus stand und neuer Coach des Teams wurde. 

Das Resultat war ein deutlicher Sieg im Rückspiel und noch mehr Selbstvertrauen für die Truppe. Im Viertelfinale ging es gegen Nanterre 92, das zuvor Besiktas bezwang. Jeremy Senglin & Co. waren gefährlich und gewannen das Hinspiel daheim mit acht. Klingt viel, war es aber nicht. Bologna dominierte erneut zuhause und siegte deutlich für den Einzug ins Halbfinale. Amath M'Baye erzielte 16 Punkte bei 60% aus dem Feld und wurde ins Team des Viertelfinales gewählt. 

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Statistiken

Segafredo Virtus Bologna hat ein interessantes Profil. In der Defense führen sie alle Teams im Final Four im Shot Blocking an - 7% aller gegnerischen Versuche werden geblockt. Dazu führen sie die gesamte BCL in Steals an. Zusammen mit dem niedrigsten TOV% der Liga ist dies ein starkes Setup. In den Playoffs erzielte Bologna die meisten Punkte in der Zone (35.3). Wie AEK im vergangenen Jahr liegt Virtus auf dem letzten Platz beim AST% (49.9). Das liegt daran, dass sie viele Spieler in wichtigen Situationen ihren Wurf selbst kreieren können. Für die Playoffs wichtig. 

In den letzten zehn Spielen vor dem Final Four ist Djordjevics Einfluss erkennbar. Bestes Defensive-Rating der Playoffs, wenn sie zuhause spielen (82 Punkte pro 100 Angriffe). Bei Nanterre hatten sie ihr schlechtestes Defensive-Rating mit 123 Punkten pro 100 Angriffe. Kurios ist auch, dass gute Stats nicht immer zu Erfolgen führen. In den fünf Spielen, in den das TOV% unter 10.5% fiel, verlor Bologna drei mal. Beim deutlichen Heimsieg gegen Nanterre leisteten sie sich sogra die meisten Ballverluste. Die Pace ist eine weitere wichtige Komponente. Bologna erspielt 72 Angriffe pro 40 Minuten. In den sechs Spielen, in denen sie langsamer spielten, gingen sie vier mal als Verlieren vom Platz. Sind sie über dem genannten Wert, haben sie noch nicht verloren. 

Das Wurfprofil zeigt, dass Bologna Würfe am Ring bekommt, wenn es welche braucht, wo sie 57% treffen. Zwar ist die Zahl die niedrigste im Final Four, dennoch macht Bologna dort die meisten Punkte aller Teams. Die rechte Ecke und der rechte Low-Post sie Hotspots. 

Dejan Kravic trifft 70 Prozent direkt am Ring. Amath M’Baye trifft vom rechten Block und linken Elbow wie im Schlaf. In der entscheidenden Phase ist der Ball in Kevin Punters Händen. Niemand sollte aber überrascht sein, wenn Djordjevic ein Play für den Franzosen ansagt. 

Kader

Dies ist die Minutenverteilung in den Playoff. Die Starter sind konstant. Im Gegensatz zur regulären Saison hat Mario Chalmers alle Minuten von Alessandro Pajola erhalten. der ehemalige -NBA-Guard erhält zudem in den Crunch-Time regelmäßig das Vertrauen vom Coach. Amath M'Baye steht am Ende immer auf dem Feld. Yannick Moreira hat in den Playoffs zwar noch keine konstante Rolle gefunden, gegen die mobilen Harris und Rubit auf Bamberger Seite könnte er jedoch wichtig werden. 

Segafredo Virtus Bolognas beste Aufstellung in den Playoffs und in den Saison:

Kevin Punter, Filippo Baldi Rossi, Brian Qvale, David Cournooh, Mario Chalmers (Plus/Minus: +6)

Kevin Punter, Tony Taylor, Dejan Kravic, Amath M'Baye, David Cournooh (Plus/Minus: +6)

Bolognas Kader ist tief und variabel. Den größten Einfluss haben allerdings Kevin Punter, Amath M'Baye und Dejan Kravic.

Amath M'Baye

M'Baye has arguably been the biggest revelation of the season. His ability to play inside-out and score at a good rate from multiple areas on the floor isn't a new thing, but his game has certainly taken a leap in terms of consistency in Bologna. The shot chart above shows how lethal he is as a post scorer and you can see that in the video below. As a short-range jump shooter, M'Baye is shooting over 70% and the fact that his turnaround jumper is so lethal means defenders will open themselves up to pump-fakes and blow-bys. His shooting percentage from 3-point range is less efficient at 31%, but he is more consistent from the wings so his ability to space the floor isn't completely diminished - and 31% is enough that teams will respect it. Once defenders get close, M'Baye will put it on the floor and get to the rim regularly. 

 

Dejan Kravic

Unter Coach Djordjevic hat der Serbe die größten Sprung gemacht. Im folgenden Video sind Szenen aus dem Viertelfinale zu sehen, die zeigen, wie Kravic im Post agiert. Er ist mobil und einer der besten Finisher im Pick'n'Roll. Seine Fußarbeit ist elitär. 


In der Defense kommt ihm dies zu gute. Er kann nach Switch gegen kleinere Spieler überleben, wie hier gegen Bigote, der sogar bis an die Dreierlinie verteidigt wird.

  

Kevin Punter

Punter ist ein Scorer. Zum Ende der Saison hatte er einige kleine Probleme, nun nicht mehr. Er punktet, kann aber auch passen:


In der Defense ist der aktiv und engagiert. Seit Djordjevic ist er auch wichtiger geworden dank seiner Länge und Agilität. Er kämpft sich über Blöcke und steht im Passweg. 

 

Tactik

Über Sasa Djordjevic muss nicht viel gesagt werden. Er gab dem Klub einen Schub und verlangt von seinen Spielern viel. Unter ihm ist die Defense im Backcourt nochmals besser geworden.  In den folgenden Clips ist zu sehen, wie Djordjevic sein Team eingestellt hat, sich nicht per Block verlangsamen zu lassen. Sie bleiben immer aggressiv und in Bewegung und kommunizieren stark mit den großen Spielern. 


Mario Chalmers ist einer der defensiven Antreiber, was der Clip zeigt. 


In der Offense ist es hingegen schon schwerer, einen Trainerwechsel so spät in der Saison zu kompensieren. Bologna hat bereits niedrigste Assistwerte und nutzte oft das Pick'n'Roll. Djordjevic hat da nur justiert. Wenn sich etwas verändert hat, dann die Aktivität der Außenspieler abseits des Balls. 

 

Up Next

Brose Bamberg

Zwei Neulinge der BCL treffen im Final Four aufeinander, die sich ähnlich sind. Tief, balanciert und talentiert. 

Rice vs Punter, Harris vs M'Baye, Alexander vs Kravic, Zisis vs Taylor, Hickman vs Chalmers und Perego vs Djordjevic. Faszinierende Duelle. Rice wird in die Mangel genommen werden, ähnlich wie Nanterres Senglin. 

Und da Bologna und Bamberg nicht weit weg sind von Antwerpen, ist mit viel Stimmung auf den Rängen zu rechnen. Worauf es in dieser Serie ankommt? Das richtige Team-Management und wer seine Emotionen besser im Griff hat.