08 Oktober, 2019
03 Mai, 2020
11/01/2020
Tough Calls
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Tough Calls - 10. Spieltag

MIES (Schweiz) - Jede Woche analysieren die Experten alle Partien. Um die Schiedsrichterentscheidungen verständlicher und transparenter für unsere Fans zu machen, veröffentlichen wir einige dieser "Tough Calls", zusammen mit einer detaillierten Erklärung.

Hier sind unsere "Tough Calls" der Woche:

Tough Call 1: Filou Oostende v Dinamo Sassari - Wurfbewegung

Grün 31 nimmt einen Dreier. Während er in der Luft ist, geht Gelb 11 einen Schritt auf ihn zu und kreiert Kontakt am linken Bein des Werfers. Der Schiedsrichter entscheidet auf einen Flop des Angreifers, der den Kontakt vorgetäuscht haben soll und pfeift ein technisches Foul. 

Artikel 33.2 besagt, dass sobald ein Spieler Kontakt außerhalb seines eigenen Zylinders kreiert, dazu noch an einem Spieler, der in der Luft ist, dass dieser verantwortlich ist.  

Resultat: Inkorrekte Entscheidung der Schiedsrichter. Es hätte auf Foul am Verteidiger gepfiffen werden müssen, plus drei Freiwürfen für den Werfer. 

 

Tough Call 2: Neptunas Klaipeda v PAOK - Verticality

Weiß 22 erhält den Ball am Brett und will punkten. Schwarz 24 springt und blockt den Wurf. Ein Foul wird nicht gepfiffen.   

Artikel 33.2 besagt, dass ein Verteidiger kein Foul spielt, wenn er bei einer Abwehraktion gerade nach oben springt und seine Hände nicht den eigenen Bewegungszylinder verlassen.  

Solange Schwarz 24 gerade hochspringt und mit den Armen keinen Kontakt nach vorne kreiert, ist es eine legale Aktion. 

Resultat: Korrekte Entscheidung der Schiedsrichter.

  

Tough Call 3: Filou Oostende v Dinamo Sassari - Freiwürfe

Gelb 22 nimmt einen Freiwurf. Der Ball berührt den Ring mehrmals und wird von Grün 9 weggetippt. Die Schiedsrichter entscheiden auf Störung beim Freiwurf. 

 

Artikel 31.2.4 definiert die Störung als solche, wenn der Verteidiger den Ball oder den Ring berührt, während sich der Ball über dem Ring befindet und somit verhindert wird, dass der Ball fallen kann.  

Artikel 16.1.2 definiert: ist ein Ball mit einem Anteil über dem Zylinder und schon unterhalb des Rings, ist er live. 

Resultat: Inkorrekte Entscheidung der Schiedsrichter. Der Ball war über dem Ring und nicht im Zylinder. Es war kein Goal Tending. 

 

Tough Call 4: Peristeri winmasters v Iberostar Tenerife - Shot Clock

Team Gelb ist im Vorfeld. Schwarz 1 tippt den Ball und schubst Gelb 18 dabei leicht, bevor dieser mit dem Dribbling beginnt. Es wird auf Foul entschieden, als die Wurfuhr bei 13 Sekunden steht und auf 24 zurückgestellt. 

Nach der Nutzung des IRS wird auf Einwurf Team Gelb im Rückfeld entschieden mit 24 Sekunden auf der Uhr. 

 

Artikel 14.1.3 besagt dass ein Team Ballkontrolle verliert, wenn der Gegner kurzzeitig Kontrolle erlangt.

Artickel 14.1.1 besagt, dass Ballkontrolle startet, wenn ein Spieler den Ball in Händen hält oder dribbelt. 

In diesem Fall war Team Gelb stets in Ballkontrolle. 

Artikel 29.2.1 besagt, dass die Shot Clock zurückgesetzt werden sollte, wenn auf Foul am Team ohne Ballkontrolle entschieden wird. In diesem Fall muss auf Ballbesitz Team Gelb entschieden werden nach dem Foul und nach dem Einwurf folgend verfahren werden:  

  • Rückfeld, Uhr auf 24 Sekunden.
  • Vorfeld, die Uhr wird wie folgt gesetzt:
    • Bei 13 oder weniger Sekunden bei Foul wird auf 14 gesetzt.  
    • Bei 14 Sekunden oder mehr wird die Uhr nicht verändert. 

Resultat: Inkorrekte Entscheidung der Schiedsrichter. Der Einwurf hätte am Ort des Fouls geschehen, vor allem im Vorfeld und die Uhr auf 14 Sekunden gestellt werden müssen.  

 

Tough Call 5: Peristeri winmasters v Iberostar Tenerife - Block

Schwarz 19 erhält den Ball in der Zone und Kontakt mit Gelb 25 entsteht. Der Hauptschiedsrichter entscheidet auf Foul an Gelb 25, der andere Schiedsrichter auf Offensiv-Foul an Schwarz 19. Nach Besprechung wird final auf Foul an Gelb 25 entschieden. 

Article 33.4 besagt, dass wenn ein Spieler den Ballführenden verteidigt, Zeit und Distanz keine Rolle spielen. 

Folgende Prinzipien gelten bei der Entscheidung auf Charge/Block:

  • Der Verteidiger muss in erlaubter Verteidigungsposition sein und frontal zum Gegner stehen mit beiden Füßen auf dem Boden. 
  • Der Verteidiger muss still stehen, darf vertikal springen, seitwärts oder rückwärts laufen, niemals aber in Richtung des Ballführenden.   
  • In der Bewegung dürfen die Füße den Boden kurzzeitig verlassen, solange diese seit-/rückwärts ist.  
  • Kontakt darf nur am Oberkörper entstehen. So wird sichergestellt, dass der Verteidiger zuerst am Ort war, wo Kontakt entsteht. 

Resultat: Korrekte Entscheidung der Schiedsrichter. Gelb 25 erfüllt die ersten drei, aber nicht die letzte Bedingung, da der Kontakt an der Schulter passierte.