08 Oktober, 2019
03 Mai, 2020
09/12/2019
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Über Brandon Browns langen Weg, familiäre Wärme im kalten Nizhny zu finden

NIZHNY NOVGOROD (Russland) - Sollte Nizhny Novgorod in der schweren Gruppe C bestehen und die Playoffs erreichen, ist dies nicht dem Zufall geschuldet. Schon in der Qualifikation bewies vor allem ein Spieler seine Qualitäten.

Zu Beginn der Saison war Nizhnys Point Guard Brandon Brown ein neuer, unbekannter Name in der Basketball Champions League. Vor allem für diejenigen, die die erfolgreiche Spielzeit von Balkan BC im FIBA Europe Cup nicht verfolgten.

Every night you are up against a good team with great schemes and you are trying to figure out a way to steal a win - Brandon Brown


Mittlerweile hat Brown mit seiner Entscheidungsfindung und seinen Spielmacherqualitäten in Europa für Aufmerksamkeit gesorgt. Und Nizhny zu einer Bilanz von 4-3 in der Gruppe C geführt, gleichauf mir Bamberg und Peristeri.  

Am Dienstag empfangen sie den Gruppenersten Iberostar Teneriffa. 


"Nichts ist in dieser Gruppe geschenkt. Teneriffa ist ungeschlagen, extrem stark und hat einige enge Spiele gewonnen", analysiert Brown. 

"Ich möchte nicht so weit gehen und sagen, dass unsere Gruppe die schwerste ist. Überall ist Talent und Qualität vorhanden. Ich merke aber, dass in unserer Gruppe jedes Spiel am absoluten Maximum gespielt wird. 

Ein Blick auf die Kader beweist, wie talentiert jedes Team ist. An jedem Spieltag geht es gegen einen starken Gegner, der sehr gut eingestellt ist. Und du musst einen Weg finden, zu bestehen."

 

I've always appreciated what European point guards brought to the game and in general the style of play over here, because it's more tactical   - Brandon Brown


Brown war nicht immer der Spielmacher, der er heute ist. Zu College-Zeiten war er ausschließlich ein Score-first Point Guard, der er in engen Situationen für Nizhny wiedererwecken kann, wenn es notwendig ist.

"Ich spielte für Western Montana. In diesem Team hatte ich die Aufgabe, für Punkte zu sorgen", erklärt Brown gegenüber championsleague.basketball.

"Dennoch habe ich schon damals die europäischen Aufbauspieler und ihren Stil bewundert, denn er ist wesentlich taktischer. Ich wollte ein Point Guard sein, wie er in den USA Gang und Gäbe ist. Den europäischen Stil zu adaptieren ist aber ungemein vorteilhaft. Die Balance ist der Schlüssel, das hatte ich stets in meinem Kopf."

 


Brown ging nach dem College nach Australien und spielte in der zweiten Liga, bevor es ihn nach Brasilien zog. Mit 26 Jahren schloss er sich dann dem polnischen Klub King Wilki Morskie Szczecin an. 

"Zu Beginn meiner Profikarriere wusste ich nicht genau, welches Lebel ich wirklich erreichen kann. Ich wollte also offen für alles sein, wollte lernen und wachsen", so Brown. 

Nizhny is like a tight family, everyone is able to lean on each other  - Brandon Brown


"In deiner Karriere gerätst du an viele Hürden und Schwierigkeiten, durch die ich durch musste, um besser zu werden."

Browns ungewöhnlicher Weg führte in im Alter von 30 Jahren an die Geburtsstätte von Maxim Gorky, einem der einflussreichsten Schriftsteller Russlands. 

"Nun bin ich etwas älter. Idealerweise hätte ich gern schon früher diesen Punkt erreicht, doch nun bin ich hier", attestiert Brown. 

"Wenn die Möglichkeiten sich ergeben, hoffst du einfach, bereit für sie zu sein und das beste daraus zu machen."

 

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Brown erzielt im Schnitt 14.9 Punkte, 5.3 Assists, 2.6 Rebounds und 1.9 Steals in der BCL und ähnliche Werte in der VTB United League. Er scheint sehr bereit zu sein.  

"Die Atmosphäre im Klub ist familiär, ein Punkt, den ich sehr schätze", so Brown. "Denn das ist auf professionellem Niveau  nicht immer gegeben. Meistens sind Spieler nur ein Jahr zusammen, oft noch weniger."

 

Tenerife is out in the lead and everyone else is sort of playing catch up, but there is still a lot of room for battle here  - Brandon Brown


Was macht Nizhny dann so besonders?

"Ein Beispiel; wir hatten eine schwere Phase im November, überkamen diese aber, weil wir uns aufeinander verlassen konnten. Das mochte ich sehr", gibt er zu. 

"Dieses Team ist wie eine Familie und wir lernen alle voneinander."

Bedeutet dies, dass Zoran Lukic, ein renommierter Coach in Europa, der für Nonsens nicht bekannt ist, eine wohlige und warme Atmosphäre im Team schafft?

"So animiert er in den Spielen ist, so sehr schätzt er und kümmert sich um uns wie seine Familie", erklärt Brown. "Die Leute sehen die Trainer, wie sie an der Seitenlinie wie besessen umher rennen. Sie sehen aber nicht die andere Seite, wie sehr sich ein Trainer um das Team kümmert, dass es uns gut geht und wir uns weiterentwickeln."

 


Dezember ist ein kalter Monat in Nizhny. Ein weiterer langer Trip wartet auf Brandon Brown und seiner Teamkollegen. Sie müssen nach Kasachstan zu Astana, bevor es gegen Teneriffa geht. Das macht Brown allerdings nichts aus.  

"Dies darf nicht als Ausrede gelten", sagt er. 

"Am Ende des Tages haben so viele Teams schwere Spielpläne und die gleichen Strapazen. Wir müssen einfach einen Weg finden, uns darauf einzustellen und erfolgreich zu spielen."

"Unsere Gruppe ist eng. Wir hatten Schwierigkeiten gegen VEF Riga, nachdem wir in Bamberg und Peristeri gewannen. Teneriffa steht über allem und alle rennen hinterher. Trotzdem ist noch alles möglich. Wir haben einige wichtige Heimspiele vor uns und könnten auswärts anschließend einige Siege abknapsen. Die zweite Hälfte der regulären Saison wird sehr spannend."